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Pferdefutter besteht aus verschiedenen Komponenten

Was Du über Pferdefutter wissen musst

Ein Wildpferd oder frei lebendes Pferd verbringt die Hälfte eines Tages mit Nahrungsaufnahme. Über den Tag verteilt nimmt es so immer wieder kleine Portionen auf. Diese werden im Maul zermahlen und dann verdaut. Der Verdauungstrakt des Pferde ist daher optimal auf die kontinuierliche Verdauung kleinerer Mengen ausgerichtet. Ein Pferd im Stall sollte daher das Pferdefutter, so gut es geht, über den Tag verteilt immer wieder etwas zu fressen erhalten.

Die optimale Menge Pferdefutter

Wieviel Pferdefutter dein Pferd ist abhängig vom Kalorienverbrauch des Pferdes. Im Winter eher weniger bei normalen Temperaturen. Im Sommer eher mehr, weil es dann mehr Bewegung hat. Als Faustregel gilt pro 100kg Pferd ca. 2kg Trockenmasse. D.h. bei einem Pferd mit 600kg Körpergewicht etwa 12 kg ( bei wenig Bewegung eher weniger ). Wie gesagt, daß gilt für die Trockenmasse. Auf der Weide oder bei frischem Gras entspricht das 50 kg Frischmasse.

Was kannst Du falsch machen

  • zu viel Pferdefutter bei zu wenig Bewegung
  • zu selten füttern und zuviel auf einmal – Gefahr von Koliken
  • zu viel Kraft- und Mineralfutter
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Welches Pferdefutter unterscheidet man?

Man unterscheidet zwischen

  1. Raufutter Meist Heu, aber auch Stroh, Silage und frisches Futter von der Weide. Raufutter sollte weitaus den größten Teil des täglichen Futters ausmachen. 7 – 12 kg pro Tag je nach Größe des Tieres ist angemessen.
  2. Kraftfutter Verschieden Getreidesorten wie Hafer, Mais oder Gerste zählt man zum Kraftfutter. Kraftfutter sollte über den Tag verteilt gegeben werden und vor allem vermeiden, daß zuviel gefüttert wird.
  3. Saftfutter Alles was saftig ist und lecker schmeckt, wie Äpfel, Obst, Karotten, Rüben, Rote Beete

Eine Überversorgung des Pferdes mit Futter führt, neben Übergewicht, auch zu Krankheiten beispielsweise aufgrund von Eiweißüberschuß oder zu viel Vitaminen. Eine Unterversorgung des Pferde führt zu Abmagerung und Folgekrankheiten aufgrund von Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Vitaminmangel. Hinzu kommt noch ein konstanter Fettbedarf und die Unterversorgung mit Mineralien. Die richtige Balance zu finden aus guter Versorgung und Vermeidung von Krankheiten ist gar nicht so einfach und erfordert schon Erfahrung.

Wozu brauche ich Leinöl?

Öle und speziell Leinöl, aber auch andere Öle wie Raps-, Sonnenblumen- und Sojaöl sind super geeignet um Mineralfutter zu ersetzen. Diese Öle sind nicht nur energiereich sondern enthalten auch die notwendigen Mineralien und Vitamine um die Gesundheit Deine Pferdes zu erhalten. Für ein normales Pferd sind 50 – 100 ml Leinöl am Tag ausreichend und sollten am besten auch über den Tag verteilt ins Futter gegeben werden.

Brauche ich Mineralfutter für mein Pferd

Zum Thema Mineralfutter und Futterrichtlinien habe ich auch einen eigenen Beitrag geschrieben Brauche ich Mineralfutter

Was sind Heucobs?

Heucobs sind vereinfacht gesagt, getrocknetes Heu zerkleinet und zu kleinen Würstchen oder Pellets gepresst. Sie dienen damit teilweise als Heuersatz, sollten aber nicht ausschliesslich verfüttert werden.

Heucobs trocken oder einweichen?

Ich weiche Heucobs immer ein, weil sie schon enorm aufquellen. Wenn Dein Pferd Heucobs trocken aufnimmt, quellen sie erst im Magen oder vielleicht schlimmer im Schlund auf. Falls Du Dir nicht sicher bist, dann wirklich nur aufgeweicht verfüttern und mit Wasser versetzt ca. 30 min vor dem Füttern im Eimer zum quellen bringen.

Pferdemüsli und Pferdeleckerlis

Pferdemüsli kannst Du immer dann verwenden, wenn Dein Pferd viel Energie braucht, die es nicht nur über das Raufutter bekommen kann. Es ist eigentlich ein Kraftfutter, das durch seine Zusammensetzung aber besonders stark zum kauen anregt und viele gesunde Komponenten enthält. In der Regel sind die Bestandteile thermisch aufgeschlossen ( sozusagen vorgeröstet ) und daher besonders gut verdaulich. Achte beim Kauf auf die Zutaten, möglichst biologischen Anbau und den Verzicht auf Tierversuche.

Pferdeleckerlies oder auch Pferdeleckerlis sind gut geeignet um zwischendurch das Pferd wirksam zu belohnen. Lernen basiert zu großen Teilen auf der positiven Verknüpfung von gewünschtem Verhalten. Ganz einfach gesprochen, wenn Dein Pferd etwas gut macht, solltest Du es belohnen und es wird beim nächsten Mal versuchen es genauso gut oder besser zu machen um wieder gelobt, getätschelt oder mit einem Stück Karotte oder eben einem Pferdeleckerli verwöhnt zu werden.

Es versteht sich von selbst, daß Du solche Belohnungen sparsam einsetzen mußt damit sie weiter wirken. Wer zu oft was leckeres bekommt, für den ist es nichts mehr besonderes. Ausserdem enthalten Pferdeleckerlies oft viele Kohlenhydrate und sind in größeren Mengen daher ungesund.

Praktisch ist, daß man leicht ein paar in die Reithose stecken kann und bei Bedarf einfach eine kleine Belohnung aus der Tasche zaubert.

 

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Gesundes Pferdefutter und Leckerli

Weiter Regeln beim Pferde füttern

Diese Infografik habe ich auch schon im erwähnten Beitrag verwendet. Du kannst sie aber auch hier downloaden und gerne für eigene Zwecke weiter verwenden.

Pferdefutter welche Menge wann und wieviel

Die wichtigsten Regeln beim Fütter

Das Bild kannst Du Dir auch als PFD-Download auf Deinen Rechner speichern.

Fazit

Das optimale Pferdefutter ist ein Gemisch aus möglichst unbehandeltem Raufutter und bei Bedarf zusätzlichem Kraft- und Saftfutter. Leider gibt es auch immer wieder Pferde, die einfach zu wenig zu fressen bekommen. Das muß natürlich genauso vermieden werden, wie Überfütterung und Überversorgung mit Mineralien, Vitaminen, Eiweißen und Kohlehydraten.

Vor allem bei Anzeichen von Krankheit und Mangelernährung ( siehe auch meinen Artikel “Ist mein Pferd glücklich” ) sollte auch geprüft werden ob das richtige Futter gegeben wird.